…auf ein Wort (Juli 2021)

„Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn wenn die Gerechtigkeit durch das Gesetz kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.“ Galater 2,21

Eine Frage, die Christen schon seit Jahrhunderten beschäftigt, ist, ob man das Heil verlieren kann. Die Antwort darauf ist unzweifelhaft: Nein! Denn Gott ist treu und niemand kann uns aus der Hand des Hirten rauben, der sich selbst dahingegeben hat für alle unsere Sünden – die vergangenen, die gegenwärtigen und die zukünftigen – aus Liebe zu uns.
Doch beinhaltet das Gesetz der Liebe die Freiheit für den Geliebten, sich zu entscheiden. Gott wird immer zu Seinem Bund stehen, den Er mit uns durch Jesu Blut geschlossen hat. Doch steht es uns frei, diesen Bund zu verlassen. Ich kann das Heil nicht verlieren, aber verwerfen. Wie töricht das auch sein mag, aber der Apostel Paulus warnt die Galater eindringlich vor so einem Schritt.
Der Schlüssel und die Quelle allen Heils besteht in der Gnade Gottes. Der Mensch geht von Natur aus in die falsche Richtung und vertraut auf sich und seine Werke. Die Umkehr zur Gnade Gottes durch die Annahme der Heilstat Jesu am Kreuz bewirkt für ihn ewiges Heil. So ist es töricht, wenn ein Christ wieder umkehrt, die Gnade Gottes verwirft, indem er durch das Gesetz gerecht zu werden sucht, um durch seine eigenen Werke gerettet zu werden. Somit verwirft er die Tat Jesu und erachtet das Blut des Bundes für unrein. Das Gesetz und die Gnade stehen diametral zueinander und man kann nur einem folgen. Manche sehen darin ein Paradoxon, aber die Liebe steht über allem. Denn Gott ist Liebe und diese beinhaltet die freie Entscheidung zu jeder Zeit. Ansonsten würde Gott jeden Menschen zwangsbekehren und unausweichlich an Sich binden. Unter diesem Gesichtspunkt ist es durchaus kein Widerspruch, dass man das Heil nicht verlieren, aber verwerfen kann (Kap. 5, V. 4).
Dadurch soll uns bewusst sein, dass alles, was uns begegnet als Christen zentral von der Gnade Gottes ausgeht und dass wir selbst nichts machen müssen, als zu vertrauen. Gott möchte keine Macher, sondern Geliebte, die sich zu Ihm wenden in allen Situationen ihres Lebens und Ihm vertrauen, dass Er letztlich alles zum Guten dienen lässt. Gott ist uns gnädig und er segnet uns mit Gesundheit, Zufriedenheit, Gelingen, Freude. Doch wenn auch mancher Segen ausbleibt, so geschieht es deshalb, dass uns bewusst wird, uns an der Gnade Gottes genügen zu lassen.
Gnade und Segen möge euch Leser begleiten, doch in erster Linie die Gnade!

Marc Brandl