…auf ein Wort (September 2021)

„Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt’s in einen löchrigen Beutel.“ (Haggai 1,6)

Der Prophet Haggai war der erste nachexilische Prophet und wirkte zur Zeit der Rückkehr eines Überrests der Judäer aus der babylonischen Gefangenschaft nach Juda und Jerusalem. Im Buch Esra finden wir den geschichtlichen Hintergrund der Situation, in der Haggai die Botschaft Gottes an sein Volk ausrichtete. Der Wiederaufbau des zerstörten Tempels wurde zwar begonnen, doch gaben die Juden aufgrund des Widerstandes ihrer heidnischen Nachbarn entmutigt das Werk auf. In diesem Kontext ist das Wort Haggais zu sehen, welches das Volk Gottes anspornen sollte, den Tempelbau zu vollenden. Durch Haggai wirft Gott den Juden falsch gesetzte Prioritäten vor. Sie waren zwar nach Jerusalem zurückgekehrt, doch nutzten sie ihre Ressourcen, um ihre eigenen Häuser wiederaufzubauen, während der Tempel seit seiner Zerstörung in Trümmern lag (vgl. Vers 9). Die Folgen ihres Handelns, das man auch als Rebellion gegen Gott bezeichnen könnte, waren Hungersnot, Dürre und Mangel (vgl. Verse 10-11). Das erinnert an das Gleichnis vom reichen Narren (Lukas 12, 13-21) und viele andere biblische Geschichten, die uns zeigen, dass irdischer Besitz und Reichtümer trügerische Schätze sind. »So geht es dem, der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist für Gott!« (Lukas 12, 21). Das Volk wird von Haggais Botschaft angestachelt und motiviert und sie beginnen, den Tempel wiederaufzubauen. Welchen Tempel in Deinem Leben könntest Du wiederaufbauen? Die Bibel bezeichnet unseren Körper als Tempel des Heiligen Geistes (vgl. 1. Korinther 6, 19). Was könntest Du tun, um in Deine körperliche und seelische Gesundheit zu investieren? Welche zerbrochenen Beziehungen könnten erneuert werden? In welchen Lebensbereichen setzen wir falsche Prioritäten? Der Mangel der Judäer war die Folge von Sünde, Faulheit und falsch gesetzten Prioritäten. Könnte auch Mangel in unserem Leben darauf zurückzuführen sein? Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott sich um unseren Mangel kümmern wird, wenn wir ihn an die erste Stelle in unserem Leben setzen. Dann werden wir säen und viel einbringen. Lasst uns mit Gottes Hilfe die löchrigen Beutel aus unserem Leben entfernen!
»Mein Gott aber wird allen euren Mangel ausfüllen nach seinem Reichtum in
Herrlichkeit in Christus Jesus.« (Philipper 4, 19)


Es grüßt euch herzlich,
Manuel Schwanse